Geschichte

Einen bayerischen Regierungsbezirk, der den Namen "Oberfranken" trägt, gibt es seit 1837. In seiner Ausdehnung hat er sich seither nur zweimal wesentlich verändert: 1920 durch an Anschluss des Freistaats Coburg an Bayern und 1972 durch die Landkreisreform (Verlust des Raums Herzogenaurach/Höchstadt an Mittelfranken). Auf dem Gebiet dieser im 19. Jahrhundert geschaffenen Verwaltungseinheit bestanden bis kurz nach 1800 mehrere selbständige Herrschaften: im Westen das Hochstift Bamberg, in dem der Bamberger Bischof als Landesherr regierte, im Osten das Markgraftum Kulmbach-Bayreuth. Der Raum Coburg war bis 1918 Teil eines Herzogtums (bis 1835 Sachsen-Coburg-Saalfeld, dann bis 1918 Sachsen-Coburg und Gotha). Auch kleine Teile des Gebiets der Reichsstadt Nürnberg (z. B. Betzenstein und Gräfenberg) und Pfalzbayerns (z. B. Weißenohe) sind dem Regierungsbezirk Oberfranken zugeschlagen worden. Eine wichtige Kraft war der reichsunmittelbare Adel, der eine Vielzahl kleiner Herrschaften, eingestreut in fürstliche Territorien, behauptete.

Aus der herrschaftlichen Vielfalt resultiert eine bunte Gemengelage auch in kirchlicher, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht.

Auf den Wert dieser Kleinteiligkeit aufmerksam zu machen, ist eine zentrale Aufgabe der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberfranken. Die Erforschung und Vermittlung der regionalen Geschichte ist dazu ein wesentliches Mittel.

Aus diesem Grund bringt der Bezirk selbst regionalgeschichtliche Publikationen heraus. Er fördert durch Zuschüsse die Arbeit der historischen und landeskundlichen Vereine (z. B. Frankenbund, Gesellschaft für fränkische Geschichte, Historischer Verein für die Pflege der Geschichte des ehemaligen Fürstbistums Bamberg, Historischer Verein für Oberfranken, Colloquium Historicum Wirsbergense). Die wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Kultur- und Heimatpflege tragen als Verfasser von Büchern und Aufsätzen zur oberfränkischen Historie und als Referenten zur Forschung und Wissensverbreitung bei.

 

2007 Bezirk Oberfranken